FUNKTIONSANALYSE
WARUM ?
FFF - form follows funktion - wörtl. (Die) Form folgt (aus der) Funktion)
Patienten denken Farbe und Form = gutes Aussehen
Zahnarzt und Zahntechniker denken Funktion = Gesundheit
deshalb => 1. Funktion, 2. Form, 3. Farbe = Funktionalität und Ästhetik
Ein unwissenschaftliches Beispiel:
Die meisten
Menschen kennen sich mit dem Fahrwek ihres Autos besser aus als mit ihrem
Kiefergelenk.
Stellen Sie sich vor, Sie müssen eine lange Strecke mit einem Auto
fahren, von dem Sie wissen dass das Fahrwerk beschädigt ist.
Keine angenehme Vorstellung. Wenn ein Auto die Spur nicht sicher hält,
kann das lebensgefährlich werden.
Ist der Fehler klein
ist es zumindest unangenehm. Der erhöhte Verschleiß an z.B. Lenkung,
Radlager, Bremsen und Reifen ist sicher und teuer.
Vernünftig
ist daher eine Werkstatt aufzusuchen und den Schaden beheben zu lassen bevor
es teuer und unangenehm wird.
Spätestens beim nächsten TÜV muss etwas geschehen.
Die gute Werkstatt wird zuerst eine Achsvermessung durchführen und
das Auto auf der Hebebühne begutachten
um die Ursachen festzustellen.
Bei einem
kurzen Vorgespräch mit dem KFZ-Meister der Werkstatt haben Sie sich
über die ungefähren Kosten informiert oder
um einen Kostenvoranschlag gebeten. Sie wissen was auf Sie zukommt und werden
sich daher auch kaum über eine
leistungsgerechte Reparaturrechnung
aufregen. In dieser sind die Positionen Achsvermessung, Bremstest usw. sicher
aufgeführt.
Alles nichts besonderes - Alltag eben. Die Farbe und die Form des Autos
ist dabei Nebensache.
DARUM
> individuelle Funktionsanalyse <
Achsvermessung
in der Zahnmedizin
Link zur Seite ARCUS-digma 2
Das
Stomathognate Systhem => Das Kausysthem jedes Menschen beinhaltet - vereinfacht
dargestellt - eine Art Fahrwerk:
die zwei Kiefergelenke.
In
diesen zwei Kiefergelenken gleiten die Köpfe des Unterkiefers auf einer
Gelenkbahn im Schädel hin und her.
Die Kiefergelenke bewegen sich als einzige und komplizierteste Gelenke im
Körper dreidimensional. Sie werden
von Muskeln und Bändern geführt, gehalten und von Nerven gesteuert.
Diese Bewegungen und deren Wirkung auf das Kausysthem sind für jeden
einzelnen Menchen unterschiedlich und einzigartig.
Störungen in diesem Systhem führen zu Schmerzen, erhöhtem
Verschleiß, und bleibenden Veränderungen.
Zusammengefasst unter dem Begriff CMD
=> Cranio (Schädel)
Mandibuläre (Unterkiefer) Dysfunktion.
Geringfügige bis mittlere Störungen betreffen
ca. 70% - 80% der Menschen, heftige davon unter 10% bis 15% (je nach Quelle).
Die
individuelle Funktionsaufzeichnung
und Funktionsanalyse hilft beim Erkennen (Diagnose)
von Störungen, deren Ursachen und der Behandlung (Therapie).
Bei der Herstellung von Zahnersatz sind diese Messdaten Grundlage für
die patientengerechte, individuelle
Anfertigung und Rekonstruktion der statischen und
dynamischen Funktion. Je besser der Artikulator
(Kausimulator, Gelenksimulator) die Situation des Patienten abbilden kann,
desto besser, d. h. funktionell
angepasster, kann ein Zahnersatz angerfertigt werden und desto geringer
ist das Fehlerrisiko.
Hochwertige Artikulatoren sind zum Beispiel der KaVo Protar evo7 / Digma,
SAM 2+3, Artex SL + AR und andere.
Jede
Rekonstruktion von Okklusalflächen, sei es eine einzelne Krone oder
ein umfangreicher Zahnersatz,
stellen automatisch eine funktionstherapeutische Maßnahme, einen Eingriff
in das stomathognate Systhem, dar.
Deshalb ist eine funktionstherapeutische Untersuchung ein unverzichtbarer
Bestandteil jeder Befunderhebung.
Der Mittelwert => Durchschnitt
Vor
etwa 100 Jahren wurde in der Zahnmedizin der Mittelwertartikulator
entwickelt. Damals eine bahnbrechende
Neuerung, die mit der Entwicklung des dreidimensionalen Kausimulators von
Prov. Gysi um 1908, die Herstellung von Zahnprothesen revoluzionierte.
Dieser Mittelwert entstand aus Untersuchnungen und Vermessungen von Probanden. Die Definition für Mittelwert-Artikulator ist: mechanische Führungsgrößen (Interkondylarabstand 110 mm, Kondylarbahnneigung 33 Grad u. evtl. Bennett Winkel 10 Grad) auf epidemiologisch erhobenen Durchschnittswerten (Mittelwerte) eingestellt, Einartikulation mit Bonwill Dreieck.
Die gesetzlichen Vorschiften der GKV halten 2008 den Mittelwert für ausreichend für die Herstellung von Zahnersatz.
Dieser
Mittelwert ergibt in der Übereinstimmung mit den tatsächlichen
Patientendaten ein Ergebnis mit einer
Trefferquote von 1:2 / oder 50/50. Dieses Ergebnis wird bei der einen Hälfte
im Detail immer mangelhaft sein.
Anders betrachtet, bei der zweiten Hälfte der Patienten ist es unzureichend.
Stellen
Sie sich vor, es gibt ab morgen nur noch Schuhe der mittelwertigen Größe
41 zu kaufen, für immer.
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